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Nachdem in den 1960ern und 1970er Jahren bunte Camper als Ausdruck von Freiheit und gesellschaftlicher Revolution galten und der Wohnmobilurlaub, wie wir ihn heute kennen, geboren wurde, erlebte der Wohnmobilmarkt in den letzten 20 Jahren mehrere Hochs und Tiefs. Während der Urlaub im Wohnmobil einst Ausdruck von Freiheit und Unabhängigkeit war, wurden Camping-Reisen lange Zeit von der Konkurrenz komfortabler Billigreisen verdrängt. Seit 2015 gewinnen Wohnmobile aber wieder stark an Beliebtheit. Zur Zeit der Wende um 1990 erlebte die mobile Campingbranche ihre letzte große Beliebtheitsspitze. Als die Mauer fiel – und die Hoffnung auf den Abbau unüberwindlicher Grenzen endlich Wirklichkeit wurde – wollten die Deutschen in ihrem Wohnmobil die große Freiheit genießen. Seither gingen die Reisemobil- und Caravan-Verkäufe stetig zurück. In diesem Jahr sind Wohnmobile aber wieder so beliebt wie seit der Wende nicht mehr. In den frühen 1990ern kam der Wohnmobil-Urlaub in Deutschland groß in Mode. Die Grenzen zur DDR und zur ehemaligen Sowjetunion waren wieder geöffnet, es gab viel zu entdecken: Westdeutsche wollten im Spreewald entspannen, Ostdeutsche die Alpen endlich einmal mit eigenen Augen sehen.

Lieber All-inclusive-Hotel als Urlaub im Freien: Die Jahrtausendwende

Ende der 1990er Jahre verloren die Urlaubstage in freier Natur auf dem Campingplatz für viele Deutsche und Europäer an Attraktivität. Nach der geglückten Wiedervereinigung – die deutsche Wirtschaft war so stark wie noch nie, der Kalte Krieg war zu Ende – gewannen Hotel- und Pauschalreisen zunehmend an Beliebtheit. Während der neu aufgeflammten Globalisierung zwischen dem Ende der Sowjetunion und der vergangenen Wirtschaftskrise im Jahr 2008 kamen besonders Fernreisen stark in Mode. Der Ölpreis lag zwischen 1991 und 2001 am Boden, immer mehr globale Fluggesellschaften strömten auf den internationalen Markt. Die Folge: Flugreisen waren so günstig wie nie. Gleichzeitig schossen in der ehemaligen Sowjetunion, in Südamerika und in Ostasien wahre Urlaubsparadiese aus dem Boden. Anstelle eines teuren Wohnmobils, das die Wahl der Urlaubsländer zudem noch auf die europäischen Nachbarländer beschränkte, tendierten deutsche Reisende eher zum Billigurlaub in Sri Lanka, Kroatien oder der Karibik

Das Ende der Fernreisen – die Rückkehr zum Campingplatz?

Als dann am 11. September 2001 der Anschlag auf das World Trade Center die Weltwirtschaft in eine Vertrauenskrise stürzte, verloren auch lange Flugreisen stark an Popularität. Nicht nur war das Vertrauen in die Sicherheit von Flugzeugen erschüttert, höhere Kontrollmaßnahmen an Flughäfen machten die Flugreise nicht nur umständlicher, sondern auch teurer. Hinzu kam, dass die USA im November 2001 in Afghanistan und im März 2003 im Irak einmarschierte. Die Kriege in der Golfregion – wo ein großer Teil der weltweiten Ölproduktion angesiedelt ist – erhöhten die Ölpreise und somit auch die Kosten für eine Reise mit dem Flugzeug. Die Folge: Der Urlaub in der europäischen Nachbarschaft gewann wieder an Popularität, die Zulassungszahlen neuer Wohnmobile begannen wieder zu wachsen.

Die Wirtschaftskrise und das Ende des Wohnmobil-Booms

Für eine kurze Zeit – von etwa 2002 bis 2006 – entwickelte sich Deutschland wieder zum mobilen Camperland. In den Jahren 2005 und 2006 wurden erstmals seit fast 10 Jahren wieder mehr als 20.000 neue Caravans zugelassen. Der kurzzeitige Wiederaufschwung in der Wohnmobilbranche wurde allerdings von der ersten großen globalen Wirtschaftskrise unterbrochen. Im Jahr 2007 deutete sich bereits eine Rezession an, 2008 lag die Wirtschaft weltweit am Boden. Aus Sorge um Lohn, Arbeit und Zukunft verzichtete man auf große Anschaffungen.

Das Jahr 2015 – die Wende auf dem deutschen Wohnmobilmarkt?

Ende August gab nun der Caravaning Industrie Verband (CIVD) bekannt: Es deutet sich eine Wende an, Wohnmobile und Wohnwagen werden in Deutschland wieder beliebter. So waren, laut CIVD, zum Stichtag 01. Januar 2015 insgesamt 993.164 Freizeitfahrzeuge in Deutschland angemeldet – 11,7 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Die Zahl gliedert sich in 392.003 Reisemobile (18,6 Prozent mehr als 2010) und 601.161 Wohnwagen (7,6 Prozent mehr als 2010). Und es geht noch weiter: Das erste Halbjahr des Jahres 2015 war laut CIVD erfolgreich wie schon seit der frühen 1990er Jahre nicht mehr. Zwischen Januar und Juli wurden 22.398 Reisemobile (10,8 Prozent mehr als vor einem Jahr) und 14.248 Wohnwagen (9,9 Prozent mehr als vor einem Jahr) zugelassen. Allein der Juli gilt mit 3.091 neu zugelassenen Reisemobilen (ganze 28,2 Prozent mehr als im Juli 2014) als der erfolgreichste Juli der gesamten Caravaning-Geschichte.

Die Zukunft des Wohnmobilurlaubs

Die hohen Wachstumszahlen in diesem Jahr schreiben die Experten vom CIVD vor allem dem guten Wetter zu. Der warme Sommer soll viele Deutsche dazu inspiriert haben, sich ein Wohnmobil zu kaufen und den Urlaub im Freien zu genießen. Dass nur das Wetter zu derart vielen Wohnmobilkäufen führt, klingt für uns maximal nach der halben Wahrheit – einer großen Anschaffung wie der eines Reisemobils oder Caravans geht in der Regel eine lange Phase der Überlegung und Planung voraus. Nur wenige Menschen kaufen sich unserer Meinung nach ein Wohnmobil, nur weil die letzten Tage die Sonne schien. Wir sehen in der aktuellen Marktentwicklung viel eher ein Umdenken bei deutschen Urlaubern. Statt Pauschalurlaub im überfüllten Ferienhotel stehen wieder Natur, Kultur und Ruhe im Fokus. Besonders in unserer heutigen Zeit, in der Internet und Smartphone den Alltag regieren, freuen sich immer mehr Menschen darüber, diesem hektischen Alltag für ein oder zwei Wochen im Schwarzwald oder an der Ostsee zu entfliehen. Darüber hinaus bietet der Wohnmobilurlaub heutzutage dank Campanda ganz neue Möglichkeiten. Neben der Entspannung zählt vor allem das Entdecken neuer Länder und Kulturen zu den Hauptmotiven deutscher Urlauber.

Zum Camping durch die ganze Welt

Wer sein Wohnmobil weltweit mieten kann, für den weist der Urlaub auf Rädern keinerlei Schranken mehr auf. Statt sich zwischen Sauerland und Mecklenburgischer Seenplatte entscheiden zu müssen, können Wohnmobilisten heute im gemieteten Wohnmobil die USA, Australien oder Südamerika entdecken. Und nicht nur irgendein Wohnmobil. Mit kultigen Liebhaber-Modellen wie beispielsweise dem Bulli oder dem Airstream Wohnwagen zu verreisen war noch nie einfacher. Oder soll es doch lieber ein alltagstauglicher aber moderner Camper wie etwa die T5 Modelle von VW sein, um die Welt zu erkunden? Hier sehen wir die Zukunft des Wohnmobilurlaubs: Reisende verbringen ihre Zeit wieder vermehrt auf dem Campingplatz, genießen ihren Campingurlaub aber nicht mehr nur am Bodensee oder in der Bretagne, sondern an der Pazifikküste Kaliforniens oder am Great Barrier Reef in Australien. Wir sind überzeugt, dass der Siegeszug des Wohnmobils nun, nach mehr als 20 Jahren, wieder in vollem Gange ist und der Urlaub on the Road wieder seinen Weg in die Herzen der deutschen Urlauber finden wird. Denn es gibt keine bessere Möglichkeit, die ganze Welt flexibel und hautnah entdecken zu können.