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Vor etwas mehr als einem Jahr erteilte die Bundesregierung einem neuen Gesetzentwurf zur Regelung der LKW-Maut die Zustimmung, am 01. Oktober trat diese Änderung nun in Kraft.

Während sich zu Anfang zur Speditionsbetreiber mit der Gesetzesänderung auseinandersetzten, drang das Thema diesen Sommer auch auf die Campingplätze: „Wohnmobile könnten ab 01. Oktober Maut-Pflichtig sein.“ Nach einem Monat der Verwirrung gaben Experten nun Entwarnung.

Wohnmobil mieten

Auf den ersten Blick klingt die Absicht hinter der vor einem Monat eingeführten Gesetzesänderung nach einer guten Sache – vor allem für deutsche Spediteure. Die Mauttarife sollen gesenkt werden, um die Betreiber großer LKW-Flotten finanziell zu entlasten.

Eine solche finanzielle Entlastung führt nun aber gleichzeitig zu geringeren Mauteinnahmen, allein für die ersten beiden Jahre nach der Gesetzesänderung rechnet der Staat mit Mindereinnahmen von rund 460 Millionen Euro.

Dieses Geld würde, falls man es nicht auf andere Weise beschafft, dem Budget des Verkehrsministeriums – beispielsweise für die Sanierung des Straßennetzes – fehlen. Aus diesem Grund gehen mit den Tarifsenkungen noch weitere Änderungen einher. Eine solche Änderung sollte Camper landesweit ins Stutzen bringen.

Gelten manche Wohnmobile als kleine LKW?

Die Devise lautet: Erhält der Staat weniger Geld durch die einzelnen Maut-Einnahmen, muss er die Anzahl an Maut-zahlenden Fahrzeugen erhöhen, damit die Rechnung wieder stimmt. Zum einen werden die Maut-pflichtigen Straßen ausgedehnt: Auf ca. 1 100 zusätzlichen Kilometern Bundesstraße wird seit Oktober eine Gebühr erhoben.

Des Weiteren wurde zum 01. Oktober die sogenannte Mautpflichtgrenze herabgesetzt. In der Vergangenheit waren LKW erst ab einem zulässigen Gesamtgewicht (tzGG) von 12 Tonnen dazu verpflichtet, für die Fahrt auf deutschen Autobahnen eine Maut zu entrichten.

Nach neuer Rechnung wird der Mautpreis nun in vier Klassen gestaffelt, die unterste beginnt bereits bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen – ein Gewicht, das nicht wenige größere Wohnmobil-Modelle locker auf die Waage bringen.

Seit einigen Monaten kursierte deshalb in Camper-Kreisen die Befürchtung, der Wohnmobilurlaub könnte von nun an um einiges teurer werden. Bei einer Fahrt von Stuttgart an die Nordsee beispielsweise könnten bei Hin- und Rückfahrt zusammengenommen rund 120 Euro (8ct pro Kilometer) an Mautkosten die Urlaubskasse zusätzlich belasten.

Vor wenigen Tagen gaben Experten des ADAC nun aber Entwarnung: Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne sind und bleiben Maut-Frei. Die Erklärung: Fahrzeuge mit einem „großen Wohnabteil“ dienen ausschließlich der Beförderung von Personen und privaten Gütern wie dem Campingzubehör.

Private Fahrten sind von der Maut-Pflicht ausgenommen. Solange Camper ihr Wohnmobil nicht geschäftsmäßig Nutzen oder gegen ein Entgelt Güter transportieren, haben sie auch weiterhin auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen keine Maut zu bezahlen. Besorgte Wohnmobilisten dürfen also unbesorgt aufatmen, der Geldbeutel bleibt, solange über die PKW-Maut noch nicht entschieden ist, vorerst verschont.

Entwarnung für Camper: Wohnmobile bleiben Maut-Frei
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