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Camping- und Stellplätze sind der sichere Hafen für Wohnmobilisten, die sich im Urlaub gerne gut aufgehoben und rundum versorgt wissen möchten. So mancher Stellplatz aber stößt bei Anwohnern, Campern oder Betreibern auf gewaltige Kritik.

Weltenentdecker und Freizeitreisende freuen sich über das gute Netz an Stellplätzen in Deutschland, so ziemlich jede größere Stadt besitzt mindestens einen. Häufig werden einfache Sanitäranlagen, Strom- und Entsorgungsstellen und ein kleines Kiosk bereitgestellt.

Ebenso freuen sich die Gemeinden über ihre fahrenden Gäste. Sie sind ein wichtiger Teil der Tourismus-Wirtschaft, stärken regionale Geschäfte und bringen Einnahmen für Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur vor Ort.

Doch nicht immer funktioniert die Symbiose aus Campern, Stadtverwaltung und Einwohnern so schön, wie es die Theorie verspricht. Mancherorts machen Planungsfehler Stellplätze beinahe unbrauchbar, in anderen Gemeinden fühlen sich Anwohner von den Besuchern in ihrer Ruhe gestört.

Die Streitgründe sind vielfältig. Mal sind es Missverständnisse, mal fühlen sich Anwohner oder Camper übergangen. Hier stellen wir fünf Stellplätze vor, die in ihren Gemeinden für jede Menge Ärger sorgten.

Krefeld hat nur einen kleinen Stellplatz – und der ist am falschen Ort

Die Großstadt Krefeld, auch als „Samt- und Seidenstadt“ betitelt, gehört zu den beliebtesten Tourismus-Zielen im Rhein-Ruhr Gebiet. Leider, so werden immer mehr Beschwerden laut, ist sie nicht besonders attraktiv für Wohnmobil-Urlauber.

Ende Februar machte die Westdeutsche Zeitung den schon lange schwelenden Diskurs zwischen Campern, Anwohnern und Gemeinde publik: die Großstadt besitzt nur einen einzigen Wohnmobilstellplatz. Und das am völlig falschen Ort.

Camper beschweren sich im Online-Foren und bei der Gemeinde. Der Stellplatz im Stadtteil Linn liege zu weit weg von der Innenstadt, aber zu nah an Autobahn und Bahngleisen. An einen tiefen Schlaf sei gar nicht zu denken. Außerdem sei er kaum beschildert und nur schwer zu finden.

Wegen einer Brücke ist die direkte Zufahrt für Fahrzeuge über 3,20 auch noch gesperrt. Größere Reisemobile müssen einen größeren – und nicht beschilderten – Umweg fahren.

Auf der anderen Seite stehen die Anwohner: Schon lange kämpfen sie laut Westdeutscher Zeitung gegen den Stellplatz im Wohngebiet.

Das Problem: In den Übernachtungsgästen sehen die Einwohner keine gewöhnlichen Touristen. Stattdessen vermuten sie dort vorrangig Prostituierte oder gar Spione mit dem Auftrag, die Anwohner des Nachts vom Reisemobil aus abzuhören.

Um Camper fernzuhalten, parken sie regelmäßig die Stellplatz-Einfahrt zu. Wohnmobilisten, die sich trotz allem auf dem Stellplatz einfinden, werden nachts von den Anwohner unsanft geweckt. Diese leuchten mit ihren Taschenlampen durch die Reisemobil-Fenster und wollen die Camper zum Weiterfahren bewegen. Camping-Foren handeln den Platz mittlerweile als unbrauchbar.

Dabei haben Camper, Tourismusverbände und Anwohner schon lange andere Standorte vorgeschlagen, schon bevor der Stellplatz im Stadtteil Linn gebaut wurde. Bisher konnten sie den Gemeinderat noch nicht überzeugen. Nach den aktuellen Protesten wollen sie eine Verlegung des Stellplatzes nun aber noch einmal prüfen. Es bleibt abzuwarten, ob und wann sich Krefeld über einen neuen Stellplatz an einem besseren Ort freuen darf.

Am Tegernsee kämpfen die Anwohner gegen den Bau eines offiziellen Stellplatzes

Der Tegernsee in Oberbayern zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Die meisten Gemeinden besitzen deshalb auch mindestens einen Campingplatz. Nicht so die 6000-Einwohner Gemeinde Gmund.

Hier gibt es zwar keinen offiziellen Anlaufpunkt für Wohnmobilisten, Camper werden aber auf dem Volksfestplatz geduldet. Dort steht sogar eine öffentliche Toilette, die Fahrer kleinerer Campingmobile nutzen können. Das hat sich in der Camping-Community mittlerweile herumgesprochen.

Um den Wohnmobiltourismus in der Region zu fördern, plant die Gemeinde nun, den Parkplatz zu einem offiziellen Wohnmobilstellplatz auszubauen. Zehn voll ausgestattete Stellplätze sollen hier entstehen. Die Planer erhoffen sich daraus ein Wachstum der lokalen Wirtschaft. Man könnte sogar die Fremdenverkehrsabgabe der Camper nutzen, um die Infrastruktur im Ort auszubauen, ist der Gemeinderat überzeugt.

Doch die Anwohner gehen auf die Barrikaden. Regelmäßige Volksfeste und Flohmärkte, das alljährliche Oldtimerfestival und andere Veranstaltungen auf dem Volksfestplatz störten sie schon genug. Sie fürchten, ein offizieller Campingplatz würde noch mehr Lärm verursachen. Sie halten den Platz jetzt schon für überlastet und ohnehin für Wohnmobile ungeeignet.

Wie der Münchner Merkur berichtet, machten die Anwohner ihrem Frust nun in einem Beschwerdebrief Luft. Den Erwartungen des Gemeinderates, ein offizieller Campingplatz würde auf dem Platz zusätzliche Ordnung schaffen und die lokale Wirtschaft stützen, stehen sie skeptisch gegenüber. Aktuell diskutiert der Gemeinderat, wie weiter verfahren werden soll.

Das Problem der ungewünschten Stellplätze ist in der Region um den Tegernsee nicht neu. Erst im Herbst 2013 ließ Bad Wiessee, eine Nachbargemeinde der Gmunder, einen viel genutzten Campingplatz nach einer Klage schließen. Die Gemeinde sucht bis heute noch nach einem geeigneten Ersatz. Noch konnte man sich auf keinen Standort einigen.

Campingplatz und keiner geht hin – Die Wildcamper am Nord-Ostsee-Kanal

Entlang des Nord-Ostsee-Kanals in Schleswig-Holstein beobachten viele tausend Touristen jedes Jahr die Vorbeifahrten der großen Lastkähne und Handelsschiffe – der Kanal ist der meistbefahrene der Welt.

Viele dieser Touristen reisen mit ihrem Heim auf vier Rädern an und machen es sich für einige Zeit gemütlich. Allerdings nutzen nicht alle die rund 30 Camping- und Stellplätze in Kanalnähe. Schon seit Jahren werden immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Campingplatz-Betreibern laut. Viele Wohnmobilisten ignorieren das Angebot an Stellplätz, campen lieber „wild“ am Ufer des Kanals, oft sogar direkt neben einem Campingplatz.

Den Einheimischen ist dieses Wildcamping ein Dorn im Auge. Nicht nur entgehen den Betreibern von Campingplätzen dadurch wichtige Einnahmen. Viele der Wildcamper wurden außerdem dabei beobachtet, wie sie ihre Fäkalientanks in der freien Natur entleerten und ihren Müll heimlich in den Abfallcontainern der Campingplätze entsorgten.

Wild zu campen ist in Deutschland generell verboten, erlaubt ist maximal eine Übernachtung. Am nächsten Morgen, nach „Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit“, müssen Wohnmobile per Gesetz wieder weiterziehen.

Anwohner berichten aber von zahlreichen Campern, die ihr Campingmobil am Kanalufer viele Tage oder Wochen lang überhaupt nicht bewegen. Die Behörden wissen um das Problem – doch keiner fühlt sich zuständig. Schon seit Jahren schieben die Behörden die Verantwortung dafür hin und her.

Der Grund für die Samthandschuhe: Niemand möchte die Urlauber vergraulen, die Region lebt vom Tourismus. Alles, was bleibt, ist ein Appell an die schwarzen Schafe unter den Urlaubern, die Stellplätze vor Ort zu unterstützen und ihre Abfälle richtig zu entsorgen.

Die ungewollten Dauercamper von Viersen

Während am Nord-Ostsee-Kanal die Campingplatzbetreiber über ausbleibende Besucher klagen, kämpft die Stadt Viersen in Nordrhein-Westfalen mit einem anderen Problem. Wie ein lokales Nachrichtenblatt berichtet, leidet der örtliche Wohnmobilstellplatz unter ungewollten Dauergästen.

Auf den neun Parzellen eines Stellplatzes in der Viersener Innenstadt sind nur drei Übernachtungen pro Reisemobil erlaubt. Das soll einen regen Wechsel garantieren und allen Touristen die Chance zu geben, einen freien Platz zu finden.

Viele Camper halten sich aber leider nicht daran. So lässt sich unter anderem Klaus Knoche vom Stellplatzbetreiber „NEW“ im Artikel des „Extra-Tipp Viersen“ zitieren: „Einige Camper haben hier tatsächlich dauerhaft gewohnt, bzw. ihr Wohnmobil hier stehen lassen und die Batterie aufgeladen.“

Schon seit Jahren weisen mehrere Schilder auf die maximale Parkdauer von drei Nächten hin – was viele Camper aber ignorieren. Auch das Ordnungsamt fühlt sich für das Vertreiben der „Parksünder“ nicht zuständig. Der Stellplatz wird von der Firma NEW verwaltet und ist somit privates Gelände.

Seit September 2015 gilt in Viersen nun eine neue Stellplatzordnung. Camper müssen seitdem im nahe gelegenen Schwimmbad eine Karte für zehn Euro pro Übernachtung erwerben. So soll auffallen, wer mehr als drei Nächte auf dem Stellplatz verbringt. Ob das Wirkung zeigt, ist bisher noch nicht bekannt.

Ein Stellplatzbau ohne Ende im Schwarzwald

Unsere letzte Geschichte führt uns in den Schwarzwald. Die 2000-Einwohner-Gemeinde Lautenbach in Baden-Württemberg wünschte sich schon lange einen Stellplatz. Die Wohnmobil-Touristen, die den Schwarzwald besuchen möchten, sollen gut versorgt.

Die ganze Gemeinde zog dabei auch mit – nur leider der Bauplaner nicht, wie auf Baden Online zu lesen ist. Nach mehreren Verzögerungen im Bau und zahlreichen Fristverlängerungen war der Campingplatz im Juli 2015 endlich fertig betoniert und ausgebaut – fast.

Zum großen Ärgernis des Gemeinderates hatte der Bauplaner in der Planung den Parkscheinautomaten vergessen. Obwohl der Bau des Stellplatzes im Sommer 2015 bis auf den Automaten endlich abgeschlossen war, hatte der Planer diesen noch nicht einmal bestellt.

Ohne Automaten musste der Stellplatz nicht nur weiter auf seine Eröffnung warten – die Gemeinde konnte den neu gebauten Stellplatz auch noch nirgends bewerben. Denn ohne Automat war es ihnen noch nicht möglich, die Übernachtungspreise zu bestimmen. Auf die Einnahmen der Campingsaison 2015 mussten die Lautenbacher damit verzichten.

Der Gemeinderat zeigte sich bei der Lösung des Problems aber ganz pragmatisch. Die Mitglieder setzten sich eines Abends im Rathaus zusammen an den Computer und bestellten ihren Parkscheinautomaten auf selbst.

Im September konnte der Wohnmobilstellplatz Lautenbach dann endlich seine Pforten öffnen. Die Homepage weist allerdings darauf hin: Der Parkscheinautomat nimmt nur Münzgeld an.

Eine Wochenkarte kostet 18 Euro. Vielleicht sollte sich der Gemeinderat nun über die zusätzliche Anschaffung eines Wechselgeld-Automaten Gedanken machen.