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Florenz, Siena und Greve − wer diese italienischen Städte alle schon einmal besichtigt hat, aber trotzdem nicht genug von Italiens Charme bekommen kann und tiefer in das Herz der Toskana vordringen möchte, tut wie ich gut daran, einmal seinen Urlaub mit einem Wohnmobil zu planen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Mit mehr als 23.000 qm Fläche zählt die Toskana zu Italiens größtem Weindepot. Damit findet man sozusagen quer Feld ein ganzes Meer aus kleinen Familienbetrieben, mittelständischen Bauernhof-Castellos oder professionell gemanagten Weinanbau über die ganze Region verstreut. Keine Sorge, es gibt sie noch − die schnuckligen, urigen Bauernhäuser, wo „la familia“ Sie zu sich am Tisch einlädt und einen riesengroßen Teller Pasta und den Hauswein mit Ihnen teilt und Ihnen noch einen Platz auf dem Grundstück zuteilt, wo Sie getrost das Wohnmobil abstellen können. Um es kurz zu machen − ich empfehle zur Weinprobe in der Toskana die Reiseroute in Florenz zu starten, der toskanischen Hauptstadt, und mache mich dann gemächlich und ohne Stress mit meinem Wohnmobil in Richtung des hügeligen Chianti-Tals auf, wo schließlich bei Greve mein Urlaub enden muss.

Gemütlich sollte man diese Tour in jedem Fall angehen lassen. Denn nach dem Weingenuss ist eine längere Pause Pflicht, bevor man sich wieder hinter das Steuer des Wohnmobils setzt. Perfekt also für eine entspannte Entdeckungstour durch die Toskana.

Wohnmobil in der Toskana mieten

Mit dem Wohnmobil Richtung Süden

Wer wie ich in Florenz startet, sollte dem Castello d´Albola südlich der Stadt einen Besuch abstatten. Das Weingut erstreckt sich über 150 Hektar hinweg über die steilen Albola-Hügel und ist im Besitz einer typischen „familia italia“, den Zonins. Historie und Tradition spielen auf dem Gut eine große Rolle. Das zeigt sich im süffigen, tiefroten Chianti des Hauses, einer Kreuzung von Sangiovese und Cabernet Sauvignon, mit Kräuternuance.

Für einen Urlaub zwischen Kunst und Reben ist die Chianti-Region, von Florenz über Siena bis nach Greve, ideal. Dort, zwischen Zypressen, Steineichenwäldern, schroffen Felsformationen und den wuchernden Olivenhainen wächst die heimische Rebsorte Sangiovese, die ich gleich bei meinem ersten Abstecher nach Siena in Castellina verköstigen kann. Dieser Ort in den Bergen ist durch die am Hang liegende Tenuta di Ricavo geprägt. Dies ist eine Reihe alter Bauernhäuser, die zu mieten sind und wo man mir bereitwillig einen Stellplatz anbot.

„Ja, ja, der Chiantiwein, der lädt…“

Natürlich will man hier verweilen, aber ich entschließe mich, für meine Weinprobe in der Toskana doch noch ein Stückchen zurückzufahren und den Chianti Sculpture Park für eine Wanderung durch diesen interessanten Park voller Kunstinstallationen zu unternehmen. Als Alternative und für Weinliebhaber wie mich ein absolutes Muss ist das Passieren der herrlichen Hochplateaustraße nach San Donato. Schon von hier oben haben Sie eine einmalige Aussicht und können problemlos den Camper kurz abstellen, bevor es dann wenig später weiter die Abzweigung in Richtung Olena geht. Richtig angekommen bin ich aber erst, als ich den schmalen Weg nach Monsanto zum Weingut Cantine Isole e Olena nehme. Was es dort oben Besonderes gibt? Paolo De Marchis Spitzentropfen, ausschließlich aus Sangiovesetrauben gewonnen und mit dem herrlichen Namen „Cepparello“ etikettiert. Wer auf Dessertwein steht, gönnt sich dort den „Vin Santo“.

Auf nach Greve, dem Herzen von Chianti

Greve soll mein nächstes Ziel sein, aber nicht, bevor ich einen Abstecher über Panzano mache. Obwohl die Straße schmal ist, nehme ich sie oberhalb der Piazza Richtung Mercatale. Dort lacht mich ein kleines Kirchlein an, bevor ich links nach Santa Lucia fahre. Jetzt tun sich vor mir bereits die Weinberge auf, während ich die unbefestigte Straße abwärts mit meinem Wohnmobil gut meistere. Am Ende des Weges werde ich belohnt: Die Fattoria dei Rampolla liegt vor mir. Wie ich später erfahre, trifft sich hier zur Weinprobe in der Toskana unter anderem auch die Crème de la Crème der önologischen Weinexperten. Auf dem Familienbetrieb fühlt man sich gleich zu Hause und eine Kellerführung ist nach Anmeldung möglich.

Eigentlich kann es kaum noch besser werden, wäre da nicht Radda im Chianti-Tal, etwa 3 Kilometer von Panzano entfernt. Folgen Sie dem Flüsschen Pesa entlang der Wälder − mit Picknickqualität − und besuchen Sie das Castello di Volpaia. Das ehemals verlassene Dörfchen Radda ist fast tausend Jahre alt und nun ein berühmtes Weingut. Sowohl in den Kellern als auch in den mittelalterlichen Kirchen sowie zwischen Häusergängen reifen die besten italienischen Weine inmitten dieses kulturellen Schauplatzes. Wer am Pesa nicht Rast gemacht hat, kann sich hier oben zwischen den Olivenhainen auf 600 Metern Höhe bei einem Glas Wein, Chianti oder Balifico, inklusive Schinkenbrot die Zeit vertreiben.

Greve ist und bleibt der Hauptanziehungspunkt des Chianti (des Tales und Weines) und darum sind zwei Tage in dieser herrlichen Stadt beinahe ein Muss. Es verwundert nicht − in der prächtigen Villa Vignamaggio aus dem 15. Jahrhundert ist die Mona Lisa verewigt, auch ist die Antica Macelleria Falorni, einstige Fleischerei am Marktplatz, längst ein Feinschmeckerlokal. Direkt am südlichen Ende des Platzes können Sie zum Abschluss süffige Weine der Marke Chianti Classico im Weinkeller genießen.