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Wer im Wohnmobil verreist, freut sich auf Freiheit und Unabhängigkeit – zumindest bis zu einem bestimmten Maße. Früher oder später, in der Regel mindestens jeden zweiten Tag, muss das Wohnmobil auf einem Campingplatz an die Steckdose und Strom nachtanken. Diejenigen Camper, die sich von diesem regelmäßigen „Pflichttermin“ befreien möchten, können jetzt an ihrem Wohnmobil Solarmodule nachrüsten und Energie tanken, wo die Sonne scheint.

Wohnmobil mieten

Jeder begeisterte Camper träumt wohl ab und an vom völlig autarken Leben. Einfach losfahren, der Sonne entgegen, wohnen und übernachten wo immer man möchte, eine vollkommene Symbiose mit der Natur.

Der Erfüllung dieses Traums können Wohnmobilisten nun einen Schritt näher kommen: Immer mehr Hersteller von Solarzellen entwickeln Solarmodule für Wohnmobile. Schon ab etwa 500 Euro inklusive Montage können sich Camper von der externen Stromversorgung auf Wohnmobilstellplätzen lossagen.

Bei der Auswahl der passenden Solarmodule gibt es ein paar Dinge zu beachten. Welche das sind, haben wir hier einmal zusammengefasst.

Solaranlage für das Wohnmobil – Welche Module sind die richtigen?

Der Markt für Wohnmobil-geeignete Solarmodule kennt eine große Vielfalt. Die verschiedenen Anlagen variieren in ihrer Größe, in der verwendeten Technologie und in der Leistung, mit der das jeweilige Modul die Batterie versorgt.

Beginnen wir mit der Technologie, auf der die Solarmodule basieren. Im groben lässt sich hier der Markt in zwei Kategorien unterteilen: Die sogenannten Dünnschichtmodule und die kristallinen Solarzellen.

Dünnschichtmodule haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Kupfer-Indium-Diselenid (CIS) Bauweise auch bei geringer Sonneneinstrahlung noch eine moderate Energiemenge erzeugen. Eine Unterklasse der Dünnschichtmodule, die Amorphen Module, sind außerdem biegsam und können so individuell angebracht werden.

Allerdings erzielen Dünnschichtmodule auf die Fläche gerechnet insgesamt weniger Energie als kristalline Zellen. Um mit dieselbe Leistung wie kristalline Zellen zu erzeugen, benötigen Dünnschichtmodule somit mehr Platz auf dem Fahrzeugdach – und dieser Platz ist begrenzt.

Außerdem hat der höhere Flächenverbrauch auch Auswirkungen auf das Gewicht – Eine höhere Anzahl Module bedeutet ein schwereres Fahrzeug und somit einen höheren Benzinverbrauch.

Solarmodule im Überblick
 MonokristallinPolykristallinDünnschicht
Wirkungsgrad14-20%12-16%6-10%
Verhalten bei schwachem LichtWenig LeistungWenig LeistungGute Leistung
Preis/Quadratmeterab 5,5 ct.ab 3,7 ct.ab 1,8 ct.
FarbeDunkelblau/SchwarzBlauRotbraun-Schwarz
MaterialSilizium-ZuchtkristallZusammengeschmolzene SiliziumkristalleKupfer-Indium-Diselenid (CIS)
Geeignet für WohnmobileSehr gutSehr gutWeniger gut

Bei Wohnmobilen finden deshalb vorrangig kristalline Solarmodule mit Silizium-Zellen Anwendung. Mit einem Wirkungsgrad von 15 bis 18 Prozent (definiert als Leistung pro Fläche) sind diese auf dem kleinen Raum des Reisemobil-Dachs wesentlich effektiver als die Dünnschichtmodule mit einem Wirkungsgrad von weniger als 10 Prozent.

Kristalline Solarmodule

Kristalline Solarmodule gibt es wiederum in zwei Varianten: Als Monokristalline und Polykristalline Module. Auch hier findet sich der Unterschied im Wirkungsgrad: Monokristalline Zellen, bestehen aus einem einzigen gezüchteten Silizium-Kristall und sind zwar teurer als Polykristalline (aus mehreren Silizium-Kristallen zusammengeschmolzen), erzielen aber mit einem Wirkungsgrad von 14 bis 20 Prozent eine höhere Leistung als Polykristalline (12 bis 16 Prozent).

Bei allen Modul-Typen raten Experten dazu, nur mobile Solarmodule, die für die Verwendung auf dem Wohnmobil hergestellt wurden, zu verwenden. Großflächige Module, die für den Gebrauch auf Hausdächern gefertigt wurden, locken zwar mit einem günstigen Preis pro Fläche, allerdings sind diese nicht gegen die Vibrationen auf dem Fahrzeugdach gesichert.

Welche Energie-Leistung braucht mein Wohnmobil?

Nachdem Sie sich für eine Technologie entschieden haben, bleibt die Frage nach der Größe der Solaranlage. Je größer die Fläche, desto höher die Stromerzeugung.

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Energie-Erzeugung befasst, wird mit jeder Menge Einheiten konfrontiert. Das sind die Wichtigsten:

  • Kilowattstunden (kWh): Gibt die stündliche Stromerzeugung, also die Menge an erzeugter Energie, in 1000 Watt an.
  • Watt Peak (Wp): Diese Bezeichnung ist besonders in der Photovoltaik gebräuchlich. Ähnlich wie kWh gibt Wp die Menge an erzeugter Energie an, allerdings normiert auf Standard-Testbedingungen mit konstanter Temperatur, konstanter Bestrahlung und einem festen Sonnenlichtspektrum.

So beginnt die Suche nach dem richtigen Solarmodul mit dem Feststellen des eigenen Strombedarfs. Dabei hilft meistens nur ausprobieren – wegen der vielen „stillen Verbraucher“ wie Wasserpumpe, Außenbeleuchtung und Co. – ist der individuelle Verbrauch beinahe unmöglich zu berechnen.

Solarmodul
Foto:markusspiske/pixabay/CC0

Man schätzt den Tagesverbrauch einer vierköpfigen Familie im Wohnmobil bei minimalem Verbrauch (das heißt ohne Fernsehen, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Heizung, etc.) auf etwa 450 Wattstunden (Wh).

Um diesen Verbrauch der Fahrzeugbatterie wieder hinzuzufügen, benötigt unser Beispiel-Wohnmobil also eine Gesamtleistung von mindestens 450 Watt Peak (Wp). Gängige Solarmodule erzeugen zwischen 50 und 180 Wp – unser Reisemobil bräuchte somit beispielsweise fünf Module mit jeweils einer Leistung von 100 Wp.

Die Montage der Solarmodule – Do it yourself oder Hilfe vom Fachmann?

Nach der Auswahl kommt der Einbau – und auch hierbei unterscheiden sich die Solarmodule untereinander.

Viele Hersteller bieten mittlerweise kleine Module mit Haltevorrichtungen speziell für Reisemobile an. Diese Komplettsätze für Wohnmobile können Camper selbst mit wenigen Handgriffen auf dem Fahrzeugdach befestigen.

Größere Module dagegen müssen individuell fixiert und verschraubt werden – hieran sollten sich nur erfahrene Schrauber wagen. Wer sich dabei Unterstützung wünscht, kann in spezialisierten Wohnmobil-Werkstätten anfragen. Diese bieten eine Komplettmontage, meist ab etwa 200 Euro, an.

Bei beiden Verbauweisen – ob große Module zur Selbstmontage oder Komplettsätze mit Haltevorrichtung – steht zuletzt noch die Verkabelung an, die möglichst unauffällig durch das Fahrzeuginnere verlegt und korrekt an der Batterie angeschlossen werden muss. Auch hierbei steht der Fachmann aus der Wohnmobil-Werkstatt mit Rat und Tat zur Seite.